Digitale Getränkekarte per QR-Code für Café und Bar
08.11.2026
Mit einer digitalen Getränkekarte per QR-Code müssen Sie nicht jedes Mal neu drucken, wenn sich ein Preis oder das Angebot ändert. Ihre Gäste scannen den Code am Tisch und sehen die aktuelle Karte auf dem Handy, mit Saisonkaffee, Tagescocktail oder neuem Fassbier. Das lohnt sich für Cafés, Bars, Kneipen, Bistros, Weinbars und Vereinsheime mit Ausschank. Es passt überall dort, wo sich das Getränkeangebot öfter ändert als die Einrichtung. Eine Sache sollten Sie vorher wissen: Der QR-Code enthält nur einen Link. Ändern können Sie später die Seite, auf die er führt.
Was Sie vorbereiten sollten
Die Inhalte der Karte
Stellen Sie zuerst alle Getränke in einer Liste zusammen. Ordnen Sie sie so, wie Ihre Gäste suchen, und nicht so, wie Ihr Lager sortiert ist. Bewährt haben sich diese Gruppen:
- Kaffee und Tee, mit Hinweisen auf Milchalternativen und Aufpreise für Sirup oder Extra-Shot
- Alkoholfreie Getränke wie Säfte, Limonaden und Wasser
- Bier, getrennt nach Fass und Flasche
- Wein und Sekt, mit Glas- und Flaschenpreis
- Cocktails und Longdrinks, dazu alkoholfreie Varianten
Notieren Sie zu jedem Getränk die Menge, den Preis und die nötigen Angaben zu Allergenen und Zusatzstoffen. Kurze Beschreibungen helfen bei Cocktails und Spezialitäten. Bei Wasser oder Cola reicht der Name.
Wo die Karte im Netz liegt
Die Karte braucht eine feste Adresse im Internet. Sie haben drei Möglichkeiten:
- Eine Unterseite Ihrer Website, zum Beispiel unter einer Adresse wie ihr-cafe.de/getraenke. Das ist meist die beste Lösung. Sie können den Inhalt jederzeit ändern und die Seite für Handys gestalten.
- Eine PDF-Datei auf Ihrem eigenen Webspace. Laden Sie neue Versionen immer unter demselben Dateinamen hoch, dann bleibt der Link gültig.
- Ein dynamischer Code mit Datei-Hosting aus einem kostenpflichtigen Paket. Das passt, wenn Sie keine eigene Website haben.
Wenn Sie eine PDF nutzen, gestalten Sie sie für das Handy. Eine A4-Seite mit drei Spalten und kleiner Schrift ist auf dem Display kaum lesbar. Besser sind eine einspaltige Anordnung, große Schrift und wenig Bilder, damit die Datei schnell lädt.
Texte für den Aufsteller
Legen Sie vorab einen kurzen Begleittext fest, der neben dem Code steht. Dazu kommt die Webadresse in Kurzform als Ausweg, falls der Scan nicht klappt. Beispiele finden Sie weiter unten.
Schritt für Schritt zur digitalen Getränkekarte
- Endgültige Adresse festlegen. Wählen Sie eine kurze Adresse, die sich nie ändert. Vermeiden Sie Zusätze wie Datum oder Versionsnummer im Link, etwa „karte-maerz-v2.pdf“.
- Karte veröffentlichen und prüfen. Öffnen Sie die Seite auf Ihrem Handy über mobile Daten, nicht nur im WLAN. Prüfen Sie, ob sie schnell lädt und ob die Schrift auch bei schwachem Licht lesbar ist.
- Code-Art wählen. Sie brauchen einen Link-Code. Ein einfacher statischer Code reicht, wenn die Adresse gleich bleibt. Den Inhalt der Seite können Sie trotzdem jederzeit ändern. Einen dynamischen Code brauchen Sie, wenn sich das Ziel selbst ändern soll. Das ist etwa der Fall, wenn Sie später von einer PDF zu einer Website wechseln oder sehen möchten, wie oft gescannt wird.
- Code erstellen. Fügen Sie die vollständige Adresse mit https ein. Kopieren Sie sie direkt aus dem Browser, damit sich kein Tippfehler einschleicht.
- Dateiformat wählen. Laden Sie für die Druckerei die SVG-Datei herunter. Sie lässt sich ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößern. Die PNG-Datei eignet sich für Office-Programme und schnelle Ausdrucke.
- Testen. Scannen Sie den Ausdruck mit mehreren Handys, am besten mit einem iPhone und einem Android-Gerät. Testen Sie vom Sitzplatz aus und bei der Beleuchtung, die abends bei Ihnen herrscht.
- Probedruck machen. Lassen Sie zuerst einen einzelnen Aufsteller drucken und testen Sie ihn vor Ort, bevor Sie für alle Tische bestellen.
Ein Logo in der Mitte des Codes ist in den kostenpflichtigen Paketen enthalten. Für die Funktion ist es nicht nötig. Ein klarer Code ohne Logo scannt in der Regel zuverlässig.
Wo der Code hingehört: Platzierung, Größe, Begleittext
Die besten Plätze
- Tischaufsteller auf jedem Tisch. Das ist der wichtigste Platz.
- Tresen und Theke für Gäste, die stehen oder an der Bar sitzen
- Stehtische in Bars, als Aufkleber direkt auf der Tischplatte
- Schaufenster oder Eingangstür, damit Passanten die Karte vor dem Eintreten ansehen können
- Neben der Bestelltheke in Cafés mit Selbstbedienung, damit Gäste in der Warteschlange schon auswählen
- Bierdeckel als Ergänzung bei Aktionen
Die richtige Größe
Auf dem Tisch scannen Gäste aus kurzer Entfernung. Hier sind 3 bis 4 cm Kantenlänge ein guter Wert. Kleiner als 2 cm sollte der Code nicht sein. Für Plakate an Wand oder Fenster gilt als Faustregel: Die Kantenlänge sollte etwa ein Zehntel des Abstands betragen, aus dem gescannt wird. Bei 2 Metern Abstand sind das also rund 20 cm. Lassen Sie rund um den Code einen hellen Rand frei, die sogenannte Ruhezone. Drucken Sie dunkel auf hell, am besten schwarz auf weiß.
In Bars mit gedimmtem Licht kommt es auf die Oberfläche an. Glänzende Folien spiegeln das Licht von Lampen und Kerzen, dann scheitert der Scan. Wählen Sie mattes Papier oder matte Laminierfolie und eher die größere Variante.
Der Begleittext
Schreiben Sie kurz, was der Gast bekommt und was er tun soll. Beispiele:
- „Unsere Getränkekarte: Handykamera öffnen und Code scannen.“
- „Getränke und Preise, immer aktuell. Einfach scannen.“
- „Cocktails des Tages: Hier scannen.“
Setzen Sie darunter die Kurzadresse und einen Satz wie „Gedruckte Karte gibt es am Tresen.“ So fühlt sich niemand ausgeschlossen.
Weitere Ideen für Café und Bar
- WLAN-Code: Gäste verbinden sich per Scan, ohne nach dem Passwort zu fragen. Wenn er auf demselben Aufsteller steht, beschriften Sie beide Codes deutlich, damit niemand verwechselt.
- Google-Bewertung: Ein Code auf der Rechnung oder am Ausgang führt direkt zum Bewertungsformular.
- Telefon-Code für Reservierungen: Auf Flyern oder am Fenster startet er den Anruf mit einem Tipp.
- Visitenkarte: Für Veranstalter, die Ihre Räume mieten oder Catering anfragen, speichert ein Visitenkarten-Code Ihre Kontaktdaten direkt im Handy.
- Eigene Seiten für Aktionen: Happy Hour, Wochenkarte, Veranstaltungen oder Kaffeebohnen zum Mitnehmen. Jede Seite bekommt ihren eigenen Code auf dem passenden Aushang.
- GiroCode im Vereinsheim: Wer Getränke über eine Strichliste abrechnet, kann die monatliche Abrechnung mit einem Überweisungs-Code versehen. Die Mitglieder scannen ihn in der Banking-App, Betrag und Verwendungszweck sind schon ausgefüllt.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Der Link führt ins Leere. Das passiert, wenn eine PDF unter neuem Namen hochgeladen oder die Website umgebaut wird. Behalten Sie Adresse und Dateinamen bei oder nutzen Sie einen dynamischen Code.
- Die Karte ist auf dem Handy unlesbar. Testen Sie jede neue Version auf einem kleinen Display, bevor Sie sie hochladen.
- Preise online und an der Kasse passen nicht zusammen. Ändern Sie die digitale Karte im selben Moment wie das Kassensystem. Machen Sie das zu einem festen Arbeitsschritt.
- Der Code ist zu klein oder spiegelt. Halten Sie die Mindestgröße ein, lassen Sie die Ruhezone frei und verzichten Sie auf Glanzfolie.
- Der Link führt zu einem Social-Media-Profil. Manche Plattformen zeigen Besuchern ohne Konto ein Anmeldefenster. Verlinken Sie lieber eine eigene Seite.
- Es gibt keine Alternative zum Handy. Nicht jeder Gast hat ein Smartphone dabei oder einen vollen Akku. Halten Sie einige gedruckte Karten bereit. Welche Pflichten für Preisaushang und Allergenangaben in Ihrem Betrieb gelten, klären Sie am besten bei Ihrer IHK oder in einer Rechtsberatung.
- Tracking ohne Hinweis. Wenn Ihre Website Statistik-Tools oder Cookies nutzt, prüfen Sie die Datenschutzhinweise. Im Zweifel hilft auch hier eine Rechtsberatung.
- Kein Test vor Ort. Testen Sie jeden neuen Aufsteller am Tisch und bei Abendbeleuchtung, nicht nur am Schreibtisch.