Speisekarte per QR-Code: Restaurant auf digitales Menü umstellen
07.11.2026
Mit einer Speisekarte per QR-Code öffnen Ihre Gäste das Menü auf dem eigenen Smartphone. Sie ändern Tagesgerichte, Preise oder saisonale Angebote online, ohne neue Karten drucken zu lassen. Das passt für Restaurants, Cafés, Imbisse, Biergärten, Foodtrucks und Vereinsheime. Es passt weniger gut, wenn viele Ihrer Gäste kein Smartphone nutzen. Dann ergänzt der Code die gedruckte Karte, statt sie zu ersetzen. Diese Anleitung führt Sie bis zum fertigen Code auf dem Tisch.
Vorbereitung: Inhalte und Format festlegen
Sammeln Sie zuerst alle Inhalte in einem Dokument: Gerichte mit kurzer Beschreibung, Preise, Getränke, Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen sowie Hinweise wie vegetarisch oder scharf. Prüfen Sie jede Zeile gegen Ihre aktuelle gedruckte Karte. Fehler fallen am Handy schneller auf, weil Gäste in Ruhe lesen.
Variante 1: Eine Seite auf Ihrer Website
Die beste Lösung für das Handy ist eine eigene Unterseite auf Ihrer Homepage, zum Beispiel unter der Adresse ihre-domain.de/speisekarte. Text passt sich dem Bildschirm an, lädt schnell und lässt sich leicht durchsuchen. Gliedern Sie die Seite mit klaren Zwischenüberschriften wie Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts und Getränke. Setzen Sie Sprungmarken an den Anfang, damit niemand lange scrollen muss.
Variante 2: Eine PDF-Datei
Wenn Ihre Karte schon als PDF vorliegt, können Sie diese verwenden. Achten Sie dann auf drei Punkte:
- Hochformat und eine Spalte: Zwei Spalten im Querformat zwingen Gäste zum Zoomen.
- Große Schrift: Testen Sie die Datei auf einem kleinen Handy. Wenn Sie zoomen müssen, ist die Schrift zu klein.
- Geringe Dateigröße: Komprimieren Sie Bilder. Ein schwaches Netz im Gastraum macht große Dateien zur Geduldsprobe.
Verwenden Sie kein Handyfoto der alten Karte. Es ist schlecht lesbar und lässt sich nicht durchsuchen.
Eine feste Adresse wählen
Entscheiden Sie vor dem Druck, unter welcher Adresse die Karte dauerhaft liegt. Der QR-Code enthält nur diese Adresse, nicht die Karte selbst. Wenn Sie später eine neue PDF hochladen, muss sie unter genau derselben Adresse erreichbar sein. Manche Website-Systeme hängen beim erneuten Hochladen eine Nummer an den Dateinamen an. Prüfen Sie das nach dem ersten Austausch.
Rechtliche Punkte klären
Für Preisangaben und Allergenkennzeichnung in der Gastronomie gibt es gesetzliche Vorgaben. Klären Sie mit Ihrem Branchenverband oder einer Rechtsberatung, ob eine digitale Karte allein in Ihrem Fall ausreicht oder ob Sie zusätzlich ein gedrucktes Preisverzeichnis bereithalten müssen. Eine gedruckte Karte auf Nachfrage ist ohnehin sinnvoll.
Schritt für Schritt zum Speisekarten-Code
- Karte online stellen: Laden Sie die Seite oder PDF hoch und öffnen Sie die Adresse auf Ihrem eigenen Handy, am besten über das Mobilfunknetz.
- Code-Art wählen: Für eine Speisekarte nehmen Sie den Typ Link.
- Adresse einfügen: Kopieren Sie die vollständige Adresse aus der Browserzeile, inklusive https. Tippen Sie sie nicht ab, ein vertauschter Buchstabe führt ins Leere.
- Statisch oder dynamisch entscheiden: Ein statischer Code ist kostenlos, braucht keine Anmeldung und läuft nie ab. Das Ziel lässt sich aber nach dem Druck nicht mehr ändern. Das reicht, wenn Ihre Adresse dauerhaft gleich bleibt. Ein dynamischer Code aus einem kostenpflichtigen Paket lohnt sich, wenn Sie das Ziel später ändern wollen, keine eigene Website haben und die PDF über das Datei-Hosting bereitstellen möchten, oder wenn Sie sehen wollen, wie oft gescannt wird. Die Scan-Statistik speichert keine IP-Adressen.
- Herunterladen: Wählen Sie SVG für den Druck. Das Format bleibt in jeder Größe scharf und wird von Druckereien bevorzugt. PNG eignet sich für Word-Dokumente, Bildschirme und Social Media.
- Testen: Scannen Sie den Code mit mindestens zwei Geräten, idealerweise einem iPhone und einem Android-Handy. Testen Sie danach auch das gedruckte Muster unter der Beleuchtung im Gastraum.
Wo der Code hingehört und wie groß er sein sollte
Als Faustregel gilt: Der Abstand beim Scannen sollte nicht mehr als etwa das Zehnfache der Kantenlänge des Codes betragen. Lassen Sie rund um den Code einen hellen Rand frei. Ohne diesen Rand erkennen viele Kameras den Code schlechter.
Auf dem Tisch
Tischaufsteller, Aufkleber auf der Tischplatte oder ein Schild am Serviettenhalter funktionieren gut. Für den Tisch genügen etwa 3 bis 4 Zentimeter Kantenlänge. Wählen Sie mattes Material, denn glänzende Folie spiegelt Deckenlampen und stört die Kamera. Im Außenbereich sollte das Material abwischbar und wetterfest sein.
Am Eingang und im Fenster
Ein Code im Schaufenster oder am Aushang zeigt Passanten das Angebot, bevor sie eintreten. Hier scannen Menschen aus größerem Abstand. Planen Sie bei etwa einem Meter Abstand rund 10 Zentimeter Kantenlänge ein. Hängen Sie den Code auf Augenhöhe und nicht hinter spiegelnde Scheiben mit Gegenlicht.
Auf Flyern und To-go-Verpackungen
Auf Abholkarten, Flyern und Tüten führt der Code zur aktuellen Karte. So muss der Flyer bei Preisänderungen nicht neu gedruckt werden.
Der passende Begleittext
Ein Code ohne Text wird oft übersehen. Schreiben Sie kurz, was passiert:
- „Speisekarte: Kamera aufs Handy richten und scannen“
- „Unsere Karte auf Ihrem Handy. Gedruckte Karte gern auf Nachfrage.“
- „Tagesgerichte und Getränke: hier scannen“
Der Hinweis auf die gedruckte Karte nimmt Gästen ohne Smartphone die Hemmung, nachzufragen.
Weitere Ideen für Ihr Lokal
Wenn der erste Code steht, lassen sich weitere Abläufe ähnlich lösen:
- WLAN für Gäste: Ein WLAN-Code verbindet das Handy ohne Abtippen des Passworts. Das hilft auch, wenn der Mobilfunkempfang im Gastraum schwach ist und die Karte sonst langsam lädt.
- Bewertungen: Ein Link-Code zu Ihrem Bewertungsprofil auf der Rechnungsmappe oder am Ausgang erinnert zufriedene Gäste daran, eine Rezension zu schreiben.
- Reservierung: Ein Telefon-Code auf Flyern und Visitenkarten startet direkt den Anruf.
- Catering und Feiern: Ein Visitenkarten-Code speichert Ihre Kontaktdaten im Adressbuch. Ein E-Mail-Code öffnet eine vorbereitete Anfrage.
- Rechnungen für Veranstaltungen: Ein GiroCode auf der Rechnung für Firmenfeiern oder Vereinsfeste füllt Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck in der Banking-App aus.
- Getrennte Karten: Eigene Codes für Getränkekarte, Mittagstisch, Kinderkarte oder eine englische Version erleichtern die Orientierung.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Die Adresse ändert sich
Der häufigste Fehler: Die Website wird umgebaut oder die PDF bekommt einen neuen Namen, und der gedruckte statische Code führt ins Leere. Legen Sie die Adresse fest, bevor Sie drucken, und notieren Sie sie für den Fall eines Website-Relaunchs. Wer Änderungen erwartet, nutzt einen dynamischen Code.
Die Karte ist veraltet
Gäste ärgern sich, wenn ein Gericht online steht, aber nicht mehr angeboten wird. Bestimmen Sie eine Person, die die digitale Karte bei jeder Änderung aktualisiert, und prüfen Sie sie regelmäßig.
Der Code ist schwer lesbar
Zu klein, zu wenig Kontrast, helle Farbe auf hellem Grund oder ein invertierter Code mit hellen Punkten auf dunklem Grund machen Probleme. Bleiben Sie bei dunklem Code auf hellem Hintergrund und lassen Sie den Rand frei. Wenn Sie den Code gestalten, testen Sie jede Variante vor dem Druck.
Die PDF ist am Handy unbrauchbar
Eine große Datei im Querformat mit kleiner Schrift lädt langsam und zwingt zum Zoomen. Öffnen Sie die Karte selbst am Tisch über das Mobilfunknetz, bevor Sie den Code aufstellen.
Es gibt keinen Plan B
Akku leer, kein Netz oder ein Gast ohne Smartphone: Halten Sie immer einige gedruckte Karten bereit. Ihr Personal sollte wissen, wo sie liegen.
Nicht nach dem Druck getestet
Testen Sie das fertige Druckmuster, nicht nur die Datei am Bildschirm. Erst so erkennen Sie Spiegelungen, falsche Größen oder einen beim Zuschneiden beschädigten Rand. Lassen Sie erst danach die ganze Auflage drucken.